Abschlussbericht über die Begegnungsreise mit Arbeitseinsatz in Wibia Village, Singida District, Tansania

Beschreibung des Projektes
Die Wibia Primary School liegt im Singida District, der vor allem von den Turu besiedelt wird. In diese infrastrukturell wenig ausgebaute Region Tansanias verirren sich Touristen nur äußerst selten, und auch Tansanianer meiden Singida wegen seiner schlechten Straßen, dem dürftig ausgebauten Schul- und Gesundheitswesen, der hohen Arbeitslosigkeit und den langen Dürreperioden.

In dieser Region befinden sich 351 Primary und 15 Secondary Schools, welche durch den ansässigen District Council betreut werden.

Wibia, 30 Kilometer nördlich von Singida, ist, nachdem man einmal die Wellblechpiste verlassen hat, nur zu Fuß zu erreichen und liegt inmitten einer bizarren Felslandschaft. Die Schule, größtenteils 1953 erbaut, bestand zum Zeitpunkt meiner ersten Reise 2003 aus 10 maroden Klassenräumen, in welchen neun Grundschullehrer und Lehrerinnen ca. 680 Kinder unterrichteten. Zwei der Räume konnten nicht für den Unterricht genutzt werden, da sie einsturzgefährdet waren.

Weder Strom noch fließendes Wasser erleichtern die Lebens- bzw. Unterrichtsbedingungen in Wibia. Die meisten Klassenräume hatten keine Türen, geschweige denn Fenster. Auch die zum Unterrichten notwendigen Materialien wie Tafeln, Kreide, Bücher, Hefte oder Stifte waren bei weitem nicht in ausreichender Anzahl verfügbar.

Der Schulalltag war durch Unterrichtsausfall oder der Suche nach ausreichendem Schul- und Unterrichtsmaterial geprägt. Dadurch war die Motivation der Lehrkräfte negativ beeinflusst. Von Seiten der Regierung gab es unregelmäßig Unterstützung in Form von Materialien.

Das Einzugsgebiet der Grundschule ist groß, und nicht selten laufen die Schulkinder mehrere Stunden täglich zum Lernort.

Da der Schulgarten wenig ertragreich ist, sind die Kinder nach der Mittagspause oft unkonzentriert und hungrig. Wasser spendet eine nahegelegene Quelle, welche in einen Tümpel als Tränke für Vieh übergeht. Die Wasserqualität ist fraglich. Viele Kinder leiden an Durchfall und Würmern.