Bericht zu den Projektarbeiten im Frühjahr 2007 in der Wibia Primary School, Wibia, Singida District, Tansania

Nach dem finanziell aufwendigen – jedoch sehr erfolgreichen - Wasserprojekt in 2006 waren zunächst einmal die Mittel des Wibia e.V. aufgebraucht und zwangsläufig stand uns eine kleine Verschnaufpause bevor.

Es folgt ein kurzer Abriss über diese “Verschnaufpause 2007”, in der jedoch nur die Kinder in der Hängematte lagen ;-).

Im Jahr 2007 waren die übergeordneten Ziele zum einen die Instandhaltung der bisher gebauten Klassenräume, die Optimierung des Wassertanks sowie vor allem die Klärung der dringenden Frage:

Welche den örtlichen Gegebenheiten angepasste Möglichkeit gibt es, 650 Kinder während der  Schulzeit durch eine Schulspeisung zu versorgen?

Mit dem Bau eines Küchengebäudes und eines Lageraums wäre es nicht getan, denn wo sollte für 650 Kinder gekocht werden und vor allem: womit? Weder Strom noch Holzkohle gibt es in Wibia, und das Feuerholz ist knapp. Solarkocher – so die Erfahrungen aller großen Organisationen – sind wenig akzeptiert von der Bevölkerung, sie sind teuer und wenn einmal kaputt,  kann sie niemand in absehbarer Zeit reparieren.

Interessante Ansätze sahen wir im UN Projekt “World Food Programme (WFP)”.
Gemeinsam mit UN Voluntären besuchten wir umliegende Schulen und sahen uns ihre Lösungen zur Implementierung von Schulspeisungen an.
Unter anderem haben wir aufmerksam den Bau eines Ofens begleitet. Das Ergebnis unserer Recherchen und Beobachtungen ist, dass diese Ofenkonstruktion ebenfalls eine geeignete Lösung für unsere Schule in Wibia darstellt.

Die Vorteile liegen auf der Hand:
Die Anwendung einer solchen Ofenkonstruktion erlaubt die Einsparung von ca. 70% Feuerholz  im Vergleich zu üblichen Kochstellen. Zum Bau eines Ofens sind vor allem Naturmaterialien notwendig, die sich bereits in der natürlichen Umgebung der Schulen befinden, wie z.B. Lehm, Erde, Gräser, Feuerasche. Nur wenige industriell gefertigte Gegenstände müssen erworben werden, damit der Ofen funktioniert.
Weiterhin: Diese Kochgelegenheit ist in Wibias Umgebung bereits erprobt, sehr effizient und kostengünstig.

Somit ist das Ziel für 2008 definiert: Unsere Schule in Wibia braucht auch so einen Ofen!

Ein zusätzlicher Vorteil insbesondere für die Köchinnen: Der beim Verfeuern entstehende beissende Rauch wird direkt aus der Küche durch einen Rauchabzug nach außen geleitet. Viele Frauen sind jahrelang dem augenschädigenden Rauch in der Küche ausgesetzt. Augeninfektionen, die bis zur Erblindung führen, sind oftmals beim herkömmlichen Kochen die Folge.

Viel Zeit des Aufenthalts in Tansania verbrachten wir auch mit der Klärung von Fragen, die von Deutschland aus nur schwer zu beantworten sind:

  • Wie muss ein geeigneter Lebensmittellagerraum unter tropischen Bedingungen aussehen?
  • Wie kann die Nahrung ins Dorf transportiert werden?
  • Welche Nahrungsmittel für die Schulspeisung können aus eigenem Anbau beigesteuert werden?
  • Welche Form der Unterstützung beim Bau und der Durchführung der Schulspeisung ist für die Dorfbewohner tragbar?
  • Welche Baugesellschaft kann die Dorfbewohner unterstützen diese Ofenkonstruktion, Küche und den Lagerraum fertig zu stellen?
  • Wie kann der Wibia e.V. das Vorhaben unterstützen im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe?

Diesen und weitere Fragen rund um die Belange der Schule wurde auf den vielen Zusammenkünften mit der Schul- und Dorfgemeinde sowie mit der örtlichen Schulverwaltung nachgegangen.

Fazit: Wir kamen im Jahr 2007 unserem Ziel einer regelmäßigen Schulspeisung wesentlich näher. Noch gilt es einige Spenden zu sammeln und Steine aus dem Weg zu räumen, damit die Kinder von Wibia täglich eine warme Mahlzeit in der Schule bekommen.

In Wibia gilt bei allen Schwierigkeiten: Geht nicht - gibt’s nicht!
In diesem Sinne danken wir Ihnen für die Unterstützung und Ihr Verständnis, dass manche lohnende Projekte einfach Zeit brauchen, um nachhaltig wirken zu können.

Ihr Wibia Team