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Bericht zu den Projektarbeiten vom Wibia e.V. 2022 – DE

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Im Juni 2022 reisten Jannis und Leonie vom Wibia e. V. nach Tansania. In Ihrem zweimonatigen Aufenthalt vor Ort besuchten sie das kürzlich fertiggestellte Schul-, Wasser- und Krankenstationsprojekt in Kipunda.  Des Weiteren besuchten sie die Dörfer Kititimo und N´Gongosoro, in denen schon in den Vorjahren unterschiedliche Projekte durchgeführt worden waren. Der vorliegende Bericht beschreibt und erläutert den Aufenthalt der beiden Vereinsmitglieder in Tansania.

Nach der Landung am Kilimanjaro International Airport, der etwa 45 km von Arusha entfernt liegt, ging die Fahrt mit dem Bus weiter in die Singida-Region. Der erste Besuch der beiden Wibia e.V.  Mitglieder galt dem Kindergarten in Kititimo. Kititimo ist ein wachsendes Dorf, nur etwa 5 km vom Stadtzentrum Singidas entfernt. Singida ist die Hauptstadt der gleichnamigen Singida-Region.

Ausblick auf ein Randgebiet von Kititimo, in direkter Kindergartennähe

Der Kindergarten in Kititimo wurde 2019 komplett durch Spenden des Wibia e. V. finanziert. Errichtet wurde der Kindergarten von örtlichen Handwerkern und Dorfbewohnern in direkter Zusammenarbeit mit dem Wibia e. V. Der Kindergarten ist nun das dritte Jahr im Regelbetrieb und wird von 42 Kindern besucht. Die Kinder werden von einem Pädagogen betreut und erhalten einmal am Tag einen warmen Porridge-Drink.

Kinder trinken ihren täglichen Porridge-Drink

Da der Kindergarten verhältnismäßig klein ist, erhält er noch keine Unterstützung des tansanischen Staates. Die Kosten für die pädagogische Leitung sowie für den Porridge Drink werden von den Eltern der Kinder selbst getragen. Die Kosten pro Kind liegen bei ca. 1,20 € im Monat. Von diesen Einnahmen kann jedoch kein Zucker finanziert werden, welcher ein Bestandteil des Porridge-Drinks ist. Daher haben Leonie und Jannis im Namen des Wibia e.V. 50 kg Zucker als Gastgeschenk überreicht. In Tansania kostet 1 kg Zucker etwa 1 € – Zucker ist also vergleichbar teuer wie in Deutschland. Vergleicht man jedoch die Lebenshaltungskosten der beiden Länder miteinander, so wird klar, wie teuer Zucker in Tansania wirklich ist. Laut www.laenderdaten.info/lebenshaltungskosten.php sind die „üblichen Kosten des täglichen Bedarfs“ in Tansania rund 63% geringer im Vergleich zu den Kosten in Deutschland. Das Monatseinkommen in Tansania liegt bei durchschnittlichen 80 €, in Deutschland bei 3.596 €. Aus diesem Grund hat sich das Dorf und vor allen die Kinder sehr über die Spende des Zuckers gefreut. Zudem haben Leonie und Jannis für die Kinder Bundstifte, Mandalas und Frisbees zum Spielen überreicht. Als Dankeschön hat das Dorf ein kleines Fest organisiert und für die Kinder, den Pädagogen, örtliche Politiker und für die beiden Vereinsmitglieder ein Reisgericht mit Fleisch zubereitet.

Der nächste Besuch galt dem Ort N´Gongosoro. Der Wibia e.V. hatte in der N´Gongosoro Primary School in der Vergangenheit einige Projekte realisieren können. Dazu gehörte der Bau eines Schulgebäudes, eines unterirdischen Wassertanks (Zisterne) der Bau von Toiletten sowie die Mitfinanzierung von Schulbänken. Bei dem diesjährigen Besuch, wurden die alten Projekte diskutiert und über neue Projektvorschläge gesprochen und nachgedacht. Auch für die Schüler dieser Schule brachten Leonie und Jannis kleine Gastgeschenke mit. So freuten sich die Kinder über Frisbees, Fußbälle und neue Fußballtrikots für die wöchentlich stattfindenden Fußballspiele.

Die Schüler mit den neuen Trikots kurz vor dem Fußballspiel

Im Anschluss an den Schulbesuch, besuchten die beiden die örtliche Krankenstation, welche ebenfalls mit Hilfe des Wibia e. V. errichtet wurde. Das motivierte Team führte die Besucher durch die Krankenstation und präsentierte u. a. stolz den sehr gut ausgestatteten Medikamentenraum.

Die Krankenstation verfügt seit kurzem auch über einen, von der Regierung finanzierten, Solarkühlschrank für Medikamente. Bei den monatlich etwa 400 Patienten sind ca. 40 entbindende Frauen dabei. Um die Kindersterblichkeit sowie die Sterberate gebärender Mütter zu senken, ist es in Tansania neuerdings Pflicht in einer Krankenstation zu entbinden.

Das Krankenhaus machte einen gepflegten Eindruck und das Personal freute sich über den Besuch.

Krankenstation in N´Gongosoro

Eines der ältesten Projekte welches wir, Dank Ihrer Spenden unterstützen, ist die Wibia Primary School. In Wibia überreichten Jannis und Leonie als Mitbringsel Frisbees und den Wibia e. V. Wandkalender. In der Schule wird mit Unterstützung des Vereins anteilig die Schulspeisung realisiert. Die Kinder und Lehrer haben sich über den Besuch der beiden Gäste gefreut und die mitgebrachten Frisbees wurden sofort ausprobiert.

Übergabe des Kalenders an den Stellvertretenden-Schulleiter in Wibia

Das Hauptprojekt, welches Leonie und Jannis in 2022 Jahr gleich mehrmals besuchten, ist das Schul-, Wasser- und Krankenstationsprojekt in Kipunda. Das Projekt, welches durch Corona in zeitlichen Verzug geraten war, beinhaltete sowohl den Bau eines Schulgebäudes, einer Krankenstation, Mitarbeiterhäusern und Sanitäreinrichtungen als auch die Bohrung von sechs Tiefbrunnen. Das Dorf Kipunda, das man als Streusiedlung bezeichnen kann, liegt eine Autostunde von der Stadt Singida entfernt. Die dörfliche Gemeinschaft zählt etwa 3.000 Personen. In 2023 wird Kipunda voraussichtlich an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Die wenigen Solarpaneele, welche auf einzelnen Hütten im Dorf installiert sind, müssen vorerst also noch reichen um Handy, Radio und elektrisches Licht wenigstens für ein paar Stunden am Tag betreiben zu können. Neben der mangelnden elektrischen Energieversorgung, verfügt das Dorf ebenso wenig über ein   Trinkwasserleitungsnetz. In der Vergangenheit musste die Dorfbevölkerung das Wasser aus Wasserquellen, wie Flüssen und Wasserlöchern mit Eimern und Kanistern ins Dorf tragen. Da das Vieh oft an den gleichen Wasserquellen trinkt, ist diese Art der Wasserbeschaffung nicht nur mühsam, sondern auch aus gesundheitlicher Sicht als riskant einzustufen. Dank der sechs Tiefbrunnen, die an zentralen Orten im Dorf gebohrt wurden, steht der Dorfbevölkerung nun Grundwasser zur Verfügung. Somit müssen die Menschen nicht mehr aus den gleichen Wasserquellen trinken wie ihre Nutztiere.

Brunnenstandorte in Kipunda

Einer der Tiefbrunnen befindet sich auf dem Schulgelände und ergänzt die dort neu geschaffene Infrastruktur. Neben einem Schulgebäude mit zwei Klassenräumen sowie einem Büro, konnten wir auch den Bau gleich mehrerer Toiletten mitfinanzieren.

Die zwei Klassenräume mit Büro
Toiletten mit Wassertank

Ein weiterer Bestandteil dieses Projektes, welches neben den vielen privaten Spenden auch durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mitfinanziert wurde, ist die neu errichtete Krankenstation in Kipunda. Die Krankenstation verfügt über ein Solarsystem mit einem eigenen Batteriespeicher. Zusätzlich wurden Toiletten, Hygieneeinrichtungen, Wassertanks und ein Mitarbeiterhaus mit zwei Wohneinheiten errichtet.

Krankenstation in Kipunda

Das gesamte Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der lokalen NGO HAPA realisiert und auf einem sehr hohen Niveau ausgeführt.

Das Highlight der diesjährigen Reise nach Tansania stellte jedoch zweifelsfrei die Eröffnungsfeier des gesamten Kipunda Projekts dar, zu dem Leonie und Jannis eingeladen wurden. Neben Tanz, Essen, Aufführungen von Schulkindern und Eröffnungsreden der Politiker bot sich so die Chance neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Kontakte zu intensivieren. Die folgenden Bilder sollen einen Eindruck des fröhlichen und bunten Festes geben.

Eröffnungsfeierlichkeit in Kipunda

Zusätzlich zu den oben beschriebenen Projekten, wurde eine Schule für Menschen mit erhöhtem Förderbedarf besucht. In der Schule Veta Ndogo Saba Saba lernen insgesamt 280 Menschen unterschiedlichen Alters, 115 Menschen wohnen dort. Die Schüler haben hier die Möglichkeit in einer Schneiderklasse, Friseurschule, Metallwerkstatt, Schreinerei oder einer Handarbeitsklasse praktische Erfahrungen zu sammeln und einen Beruf zu erlernen. Der Wibia e.V. erhielt vor einiger Zeit eine Sachspende in Form von unterschiedlichen Zangen und Schraubendrehern der Orbis Will GmbH + Co. KG. Eine Auswahl dieser Werkzeuge wurde an die Schule überreicht und finden nun in den unterschiedlichen Ausbildungsstätten ihren Einsatzort. Der Wibia e. V. dankt dem Unternehmen für diese Sachspende recht herzlich!

Leonie und Jannis bei der Übergabe der Werkzeuge, neben den Schülern der Einrichtung ist die Direktorin zu sehen

Der Wibia e. V. bedankt sich recht herzlich bei Ihnen, unseren Spendern, ohne die die gesamte Projektarbeit in Tansania nicht möglich wäre. Wir sind stolz, dass wir durch Ihre Unterstützung, das Projekt in Kipunda umsetzen konnten und so einen nachhaltigen positiven Beitrag zur Entwicklung in dem Dorf in Kipunda leisten konnten.

Wir freuen uns auf weitere Projekte in Tansania, welche wir hoffentlich durch Ihre weitere Unterstützung in der Zukunft umsetzen können.

2022 Wibia e. V.

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